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Was bedeutet "Logopädie"?
Logopädie kommt vom griechischen Wort „logos”, das „Wort” bedeutet und vom griechischen Wort „Pädagogik”, das „Erziehung” bedeutet. Logopädie bedeutet also im weiteren Sinne „Erziehung zum Sprechen”.

Was sind Logopädinnen?
Logopädinnen sind Therapeutinnen mit dreijähriger schulischer Ausbildung für Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen. Sie arbeiten meist in Kliniken, Rehabilitationszentren, Gesundheitsämtern, Frühförderstellen und freien Praxen.

Gibt es auch Logopäden?
Im Berufszweig der Logopäden sind auch zu gut einem Drittel Männer tätig. Im folgenden Text bevorzugen wir jedoch die Bezeichnung „Logopädin”, da in unserer Praxis bisher nur Frauen beschäftigt sind.

Was oder wen behandeln Logopädinnen?
Unsere Patienten umfassen alle Altersgruppen, von Kleinstkindern bis Senioren. Wir behandeln jegliche Form von Kommunikationsstörungen; zum Beispiel Kinder, die „lispeln”, bestimmte Buchstaben nicht aussprechen können oder Probleme mit dem Satzbau haben. Kinder, die Lese-/Recht- schreib–Schwierigkeiten haben, welche auf Hörverarbeitungsstörungen zurückzuführen sind, werden ebenfalls von Logopädinnen behandelt. Ebenso zu unseren Patienten gehören Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die stottern. Weit verbreitet sind auch Stimmstörungen, entweder durch Fehlbelastung des Stimmapparates oder nach Operationen.

Auch behandeln wir Personen nach Kehlkopfoperationen oder Kehlkopf- entnahmen, denen durch logopädische Therapie wieder die Möglichkeit gegeben werden soll, mit anderen zu kommunizieren. Zu unseren Aufgaben gehört auch die Arbeit mit Menschen, die nach Schlag- anfällen oder Unfällen mit Gehirnverletzung Sprach-, Sprech- oder Schluck- probleme haben. Falls diese Patienten nicht in unsere Praxis kommen können, führen wir zu Hause oder im Pflegeheim Hausbesuche durch. Kinder und Jugendliche, die in kieferorthopädischer Behandlung sind, werden oft zur Logopädin überwiesen, weil sie eine Zungenfehlfunktion haben, nicht richtig schlucken und so die Zahnstellung beeinträchtigen können.

Was passiert in der logopädischen Therapie?
In der Therapie führen Logopädinnen der Störung und dem Patienten angepasste Atem-, Sprach-, Sprech-, Stimm- oder Schluckübungen durch. Mit kleinen Kindern passiert dies meist sehr indirekt, in einen spielerischen Rahmen eingebaut. Mit Jugendlichen und Erwachsenen wird direkter gearbeitet. Meist werden Übungen als Hausaufgabe mitgegeben, da es oft sinnvoll ist, die in der Therapie erlernten Übungen regelmäßig zu wiederholen.

Wie lange dauert eine logopädische Behandlung?
Eine logopädische Therapieeinheit dauert in der Regel 30 oder 45 Minuten. Je nach Bedarf findet die Behandlung einmal oder mehrmals pro Woche statt. Die Dauer der gesamten Behandlung hängt von der Schwere der Sprach-, Sprech-, Stimm- oder Schluckstörung ab. Meistens werden vom verordneten Arzt zehn Therapieeinheiten verordnet. Ist die Störung danach nicht behoben, können Folgerezepte ausgestellt werden.

Wie komme ich an logopädische Therapie?
Logopädinnen dürfen nur auf ärztliche Verordnung arbeiten. Dies heißt, dass alle Patienten ein Rezept eines Arztes benötigen. Rezepte für Logopädie können Hausärzte, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, Kinderärzte, Neurologen, Zahnärzte und Kieferorthopäden ausstellen. Mit dem Rezept wendet man sich dann an eine logopädische Praxis und vereinbart Termine. Viele logopädische Praxen haben Wartelisten, auf welche die Patienten gesetzt werden, bis der nächste Termin frei ist.

Wie werde ich Logopädin?
Für die Ausbildung zur staatlich geprüften Logopädin muss man sich an einer Fachschule für Logopädie bewerben. Adressen hierzu erhält man über das Arbeitsamt oder den Deutschen Bundesverband für Logopädie (dbL).

Wo bekomme ich ausführlichere Informationen über Sprach- Sprech- Stimm- und Schluckstörungen?
Deutscher Bundesverband für Logopädie (dBL)
www.dbl-ev.de

Bundesvereinigung Stotterer Selbsthilfe
www.bvss.de

Cochlear Implant Verband Baden-Württemberg e.V.
www.civ-bw.de